1899               Als erste und damit älteste deutsche Bäckereinkaufsgenossenschaft wurde mit Gründungstag 8. Mai 1899 und 54 Mitgliedern die „Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaft der Bäckerinnung Stuttgart eGmbH“ in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Stuttgart eingetragen. Zum ersten Vorstand wurde der tatkräftige Obermeister Wilhelm Kälberer, auch „Vater der Bäckergenossenschaften“ genannt, gewählt.

1905               Das junge Unternehmen war wirtschaftlich konsolidiert. In den folgenden Jahren wurde der Geschäftsumfang durch Sortimentserweiterung  ausgedehnt; das von der Bäckerinnung betriebene Hefegeschäft ging ebenfalls auf die Genossenschaft über.

1909               Die Genossenschaft veranstaltete jährlich zwei Versammlungen. In der allwöchentlich stattfindenden „Bäckerbörse“ konnten die Mitglieder sich über die jeweils neueste Markt- und Preislage für Bäckerei-Rohstoffe und Brennstoffe informieren.

1918               Ende des 1. Weltkriegs. Trotz verschärfter Kohleknappheit konnte die Stuttgarter Bäckergenossenschaft eine zweimonatige Brennstoffreserve für die Bäckereien besorgen; außerdem konnten neben Kohle auch Stockholz und Torf zu annehmbaren Preisen beschafft werden.

1922               Das Anwesen in Stuttgart, Hauptstätter Straße 52a, wurde von der Genossenschaft gekauft.

1923               Im Oktober dieses Jahres wird die Zwangswirtschaft offiziell beendet. Gerade in diesen turbulenten Zeiten hat sich die regelmäßige Stuttgarter Bäckerbörse als sehr nützliche Informationsgelegenheit zum wirtschaftlichen Überleben der Mitgliedsbetriebe erwiesen.

1924               Die Genossenschaft nahm durch erheblichen Mitgliederzuwachs starken Aufschwung.

1927               konnte die Genossenschaft die Stadtmühle Cannstatt mit sämtlichen Anteilen übernehmen. Diese über 600 Jahre bestehende Mühle wurde als Tochtergesellschaft weitergeführt, so dass die Bäckereinkaufsgenossenschaft Stuttgart mit eigener Getreidemühle eine starke und marktregulierende Position in der Mehlversorgung der Landeshauptstadt erlangte.

1933/1934      Die Einkaufsgenossenschaft Stuttgart steht mit 3,76 Mio. Reichsmark Jahresumsatz an achter Stelle innerhalb der deutschen Bäckergenossenschaften.

1943               Das neue Mühlengebäude der Stadtmühle Cannstatt samt technischen Einrichtungen wurde im April bei einem Luftangriff durch Fliegerbomben bis auf die Grundmauern zerstört.

1944               Im Feuersturm der Fliegerbomben ist im Juli das gesamte Genossenschaftsanwesen in der Hauptstätter Straße 52a mit allen Warenbeständen, schriftlichen Unterlagen und vielem anderen wertvollen Inventar total vernichtet worden. Von verschiedenen Notunterkünften aus wurde die Versorgung der Bäckereibetriebe von der Genossenschaft so gut es ging noch aufrecht erhalten.

1949               Im Frühjahr ist das in bescheidener Form wieder aufgebaute Genossenschaftsgebäude in der Hauptstätter Straße 52a eingeweiht worden – damals eine ganz große Leistung der Genossenschaft!

1959               Das 60-jährige Bestehen der Bäcker-Einkauf Stuttgart wurde mit einer Festveranstaltung im Konzerthaus Stuttgarter Liederhalle unter Mitwirkung der in der Chorgemeinschaft der Bäckerinnung Stuttgart zusammenarbeitenden drei  bestehenden Bäckermeister-Gesangvereine glanzvoll gefeiert.

1963               Die weitere Aufwärtsentwicklung der Genossenschaft machte eine immer größere Lagerhaltung notwendig. Dies führte zu einem Genossenschaftsneubau anstelle der abgebrochenen Stadtmühle in Cannstatt.

1964               Am 23. September wurde die Einweihung  des neuen Lager- und Verwaltungsgebäudes mit einer großen Zahl von Ehrengästen gefeiert. In den vier Stockwerken und ein Untergeschoss umfassenden Räumlichkeiten standen für die Bäcker-Einkauf Stuttgart 2400 qm Lager- und Bürofläche mit modernen Kühleinrichtungen, Aufzügen, Anlagen zur Warenannahme und Warenabgabe zur Selbstabholung oder Anlieferung an die Bäckereibetriebe zur Verfügung.

1965               Der mit dem Neubau erwartete Erfolg blieb nicht aus: Waren es 1964 noch 10,3 Mio. DM Umsatz, konnte die Geschäftsleitung für 1965 schon von 11,5 Mio. DM Umsatz bei 464 Mitgliedern berichten.

1968               Durch die Verschmelzung der Bäckereinkaufsgenossenschaft Böblingen-Herrenberg-Nagold mit der Bäckereinkaufsgenossenschaft Stuttgart, die künftig als BÄKO Großhandel eGmbH Stuttgart mit Sitz in Stuttgart-Bad Cannstatt firmierte und in Böblingen eine Filiale unterhielt, bahnte sich eine neue Entwicklung an. Zum Jahresende konnte die nun erheblich gewachsene Genossenschaft bei 607 Mitgliedern einen Umsatz von 21,97 Mio. DM aufweisen.

1970/1971      Das neue Genossenschaftsgebäude in Cannstatt wurde nicht mehr allen Anforderungen eines modernen Verwaltungs- und Rechnungswesens, eines rationellen Warenumschlages und der neuzeitlichen Lagereitechnik gerecht. Die Lösung: Kauf eines Baugrundstücks in günstiger Verkehrslage in Stuttgart-Weilimdorf, Motorstraße 20; Verkauf des Cannstatter Gebäudes an die Stadt Stuttgart. Planung, Bau und Errichtung eines Verwaltungs- und Lagergebäudes (3873 qm bebaute Fläche) nach modernsten Grundsätzen.

1972               Am 28. Mai 1972 wurde das neue Haus – in welchem auch die Bäckerinnung Stuttgart eigene Geschäftsräume beziehen konnte – in würdiger Form seiner Bestimmung übergeben.

1974               Im Jubiläumsjahr wurde die größte Umsatz- und Ertragssteigerung seit der Fusion 1968 erreicht. Mit einem Umsatzzuwachs von 8% überschritt die BÄKO die 36-DM- Millionen-Grenze.

1979               Modernisierung unserer Stadtmühle.

1980               Fertigstellung des Erweiterungsbaus in Stuttgart-Weilimdorf.

1981-1984     Mit der modernen Datentechnik war die rasche, zuverlässige und fehlerfreie Lieferschein- und Rechnungsschreibung möglich. Durch die laufende Modernisierung des Rechenzentrums konnten alle wichtigen Büroarbeiten auf der Anlage abgewickelt werden.

1986               In der Verwaltung fand ein Wechsel statt. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende, Obermeister Erwin Arnold, Schönaich, wurde für den altershalber ausscheidenden Gustav Schmid, Herrenberg, in den Vorstand berufen. Den Vorsitz im Aufsichtsrat übernahm der bisherige Stellvertreter, Bäckermeister Gerhard Sailer, Stuttgart.

1987               Am 1. September tritt Herr Steuerberater Dipl. oec. Walter F. Knittel die Nachfolge von Dir. Erich Max in der Geschäftsleitung der BÄKO an. Erich Max wird nach über 27-jähriger erfolgreicher Geschäftsführertätigkeit im November in einer würdigen Veranstaltung im BÄKO-Haus in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

1988               Zum 1. Januar wird Dipl. oec. Walter F. Knittel als geschäftsführendes Vorstandsmitglied bestellt und nimmt ab diesem Zeitpunkt die Funktion des Vorstandsvorsitzenden und Vorstandssprechers wahr.

1991/1992     Der erste Tiefkühl-LKW ist im Einsatz.

1993/1994     Die Verschmelzung der BÄKO-Genossenschaften Stuttgart, Mühlacker, Esslingen und Uhingen zur BÄKO Region Stuttgart eG wird beschlossen. Die Standorte Mühlacker und Esslingen werden aufgegeben. Die Stadtmühle Cannstatt GmbH wird zum 31. März 1994 aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt und veräußert. Sie war die letzte der BÄKO bzw. dem Bäckerhandwerk gehörende Mühle in Deutschland.

1994               Die Verschmelzung mit der Hefe-Bezugsgenossenschaft Stuttgart-Bad Cannstatt und Umgebung eG und der Konditoren-Einkauf Stuttgart eG wird beschlossen. Die BÄKO Region Stuttgart eG hat sich in der „Hitliste der umsatzstärksten Genossenschaften“ auf Rang drei bundesweit mit nunmehr 150,2 Mio. DM Gesamtumsatz vorgeschoben.

1995               Die Niederlassung Uhingen wird über eine Standleitung mit dem Rechner in Stuttgart verbunden.

1996               Die Verschmelzung mit der BÄKO Ostalb eG, Herbrechtingen, zum Jahresende 1996 wird besiegelt.

1997               Die Baugenehmigung für den Anbau einer Kühl- und Tiefkühlhalle in Stuttgart-Weilimdorf wird erteilt.